| Wohnhaus / Dachstuhlbrand |
Bei Eintreffen des Zugführers Mark Ruhnau an der Einsatzstelle drang bereits dichter Qualm aus dem Dachstuhl des Hauses. »Kurz darauf waren auch schon die ersten Flammen aus dem Dach zu sehen«, berichtete er. Wegen der bereits massiven Brandausbreitung war eine Bekämpfung des Feuers im Inneren des Gebäudes schon nicht mehr möglich. »Nach kurzer Zeit stand bereits der komplette Dachstuhl in Flammen«, heißt es im Bericht der Feuerwehr. Der 43-jährige Hauseigentümer, seine Frau und fünf Kinder hatten ebenso wie die zwei Mieter, ein 28-Jähriger und der 49-Jährige, das Haus rechtzeitig verlassen können. Weil der 49-Jährige Probleme mit den Atemwegen hatte, brachte ihn ein Rettungswagen ins Krankenhaus. Er hatte nach Stromausfall im Haus das Feuer entdeckt und die anderen Bewohner alarmiert, so dass diese sich retten konnten. Einsatzleiter Mark Ruhnau forderte den Teleskopmast der Feuerwehr Espelkamp an. Mit Hilfe des Wenderohres am Korb des Mastes konnten die Wehrleute eine gezieltere Brandbekämpfung von oben aus vornehmen. Zusätzlich wurde die Löschgruppe Tonnenheide alarmiert. Sie hatte die Aufgabe, über Schlauchleitungen die Löschwasserversorgung sicherzustellen. »Trotz aller Bemühungen konnten das Einstürzen des Dachstuhles und der Zwischendecke nicht verhindert werden«, erklärte Feuerwehr-Sprecher Andreas Berg. Etwa um 23.30 Uhr wurde »Feuer unter Kontrolle« gemeldet. Die weiteren Lösch- und Nachlöscharbeiten gestalteten sich schwierig, weil die restlichen Mauern und Giebel des Hauses stark einsturzgefährdet waren. Es wurden mehrere Trupps unter schwerem Atemschutz eingesetzt, weil es zu einer starken Rauchentwicklung kam. Weitere Schwierigkeiten bereiteten den Einsatzkräften die Temperaturen unter dem Gefrierpunkt. Sie führten zu starkem Glatteis an der Brandstelle. Ein weiteres Problem ergab sich durch den massiven Löschwassereinsatz: Im Heizungsraum schwammen die Heizöltanks auf. Es drohte Öl auszulaufen, so dass die Wehrleute eine Spezialfirma aus Löhne-Gohfeld verständigten, die am frühen Morgen eintraf und das verbliebene Heizöl absaugte. Die Einsatzleitung veranlasste außerdem die Alarmierung einer Einsatzeinheit des Deutschen Roten Kreuzes aus Espelkamp. Die DRK-Mitarbeiter bauten auf dem Parkplatz einer nahe gelegenen Firma ein Zelt auf. Dort konnten sich die Einsatzkräfte aufwärmen und Heißgetränke zu sich nehmen. Außerdem stellten die DRK-Kräfte die medizinische Eigensicherung der Wehrleute sicher. Im Einsatz bei diesem Großbrand waren drei C-Rohre, drei B-Rohre ein Wasserwerfer und ein Wenderohr. Die Osnabrücker Straße und die Sudriede mussten in Höhe der Einsatzstelle gesperrt werden. Der Verkehr wurde von Polizei und Feuerwehr weiträumig umgeleitet. Die Löscharbeiten dauerten bis in die Morgenstunden an. Weil das Haus nicht mehr zu benutzen ist, kommen die Bewohner bei Verwandten und Freunden unter. Die Polizei hat die Ermittlungen zur Brandursache aufgenommen.
Quelle: Westfalenblatt |


